Auto-ID in der Wertschöpfungskette

„P3 bringt Transparenz in die Wertschöpfungskette. RFID kann dabei eine technische Lösung sein, mit der Geld-, Daten- und Materialströme verknüpft werden.“

Dr. Ulf Glaser
P3 Aviation

Es stimmt: Der Einsatz einer Radio Frequency Identification (RFID)-Technologie verspricht einen höheren Automatisierungsgrad und eine geringere Fehleranfälligkeit durch eine direkte Verknüpfung von Daten- und Materialströmen. Die möglichen Applikationen sind beinahe unbegrenzt – und genau darin liegt auch das Problem. „Technisch ist vieles machbar. Aber ist es auch wirtschaftlich? Ist die Applikationsstrategie klar? Und fügt sich die Lösung auch in die gewollte Unternehmensstrategie ein? Diese Fragen werden zu selten gestellt“, sagt P3-Berater Ulf Glaser.

Das P3 Auto-ID Team untersucht für einen Flugzeughersteller die Möglichkeiten, durch RFID die Transparenz in verschiedenen Logistikprozessen zu erhöhen. „Wir koordinieren sämtliche RFID-Anwendungen des Unternehmens und müssen jederzeit rechtfertigen können, warum wir Ressourcen in das eine oder andere Projekt investieren.“ Oftmals liegt es zwar nahe, nach einer technischen Lösung zu suchen – und der Kunde äußerst auch den Wunsch danach –, aber in der Prozessanalyse mit dem Kunden und den Technologiepartnern wird häufig festgestellt, dass eine Optimierung mit ganz anderen Mitteln umsetzbar ist. „In solchen Fällen kann eine RFID-Applikation viel zu teuer sein.“

Richtig angewendet amortisieren sich RFID-Investitionen hingegen sehr schnell. So hatte der Konzern zum Beispiel ein erhebliches Problem mit dem Transport großer Komponenten wie Tragflächen oder Kabinenteile vom Zulieferer zur Endmontage.. „Die für den Transport benötigten Gerüste wurden quer durch Europa geflogen, ausgeladen, wieder an einen anderen Ort gebracht, und irgendwann behielt niemand mehr den Überblick über ihre Verfügbarkeit“, sagt Glaser. Mit einem winzigen RFID-Tag (einem Chip mit einer Antenne) ausgestattet behalten die Logistiker jetzt jedes Teil im Auge. Auf dem Tag wird hinterlegt, was auf dem Gerüst transportiert werden kann, welcher Zielort angeflogen wird und ob und wann es entladen wurde. „Es gibt über ein Dutzend konzerneigener Zulieferer. Mit einem haben wir den RFID-Einsatz getestet. Die Kosten dafür haben wir schon nach anderthalb Jahren wieder raus!“

Die Stärke von P3 liegt aus der Sicht von Ulf Glaser in der Unabhängigkeit. „Wir wollen nicht auf Gedeih und Verderb eine bestimmte Technik installieren, bloß weil sie gerade extrem populär ist wie zum Beispiel RFID. Wir hinterfragen vielmehr die gesamte Logistik-Strategie des Unternehmens, zum Beispiel ob Zeit und Geld richtig in die Analyse, neue Technologien oder das Change Management investiert werden.“

 
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