Qualitätsmanagement für neue Werkstoffe

„Wir denken nicht nur nach, sondern auch vor! Das macht den präventiven Qualitätsgedanken aus.“

Anton Czech
P3 Aviation

„Die Zeiten haben sich verändert. Früher hieß es: Blech her, Niete drauf, fertig! Heute sind die Anforderungen in der Halle weitaus höher.“ Insbesondere im Flugzeugbau habe mit dem Einsatz neuer Werkstoffe ein Paradigmenwechsel stattgefunden, sagt P3-Berater Anton Czech. So erfordere die Fertigung großer Bauteile aus Kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe (CFK) und deren Montage ganz neue hochkomplexe Arbeitsabläufe. Für den Qualitätsmanager lautet der eigene Anspruch: „Wir sehen uns nicht als Feuerwehr! Wir wollen den Fehler erkennen, bevor er entsteht.“

In einem Projekt haben die P3 Berater Anton Czech und Martin Pilsak die Fertigung und Montage von CFK Komponenten für einen Großraumflieger begleitet. „Wir haben in Workshops und Interviews eine hohe Anzahl an Problemfeldern identifiziert. 25 Prozent davon haben wir anschließend rot markiert. Das heißt: Achtung, hohes Fehlerpotenzial!“

Das Ziel bestand darin, die Prozesse beim Kunden entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren. Um die Einflussgrößen auf die Prozessstabilität buchstäblich zu begreifen, hat das P3-Team die Fertigung und Montage aus nächster Nähe beobachtet. Und nur so konnten sie mit den Mitarbeitern gemeinsam fehleranfällige Abläufe erkennen und bewerten. „Erst wenn Prozesse methodisch und zielgerichtet direkt im „shop floor“ hinterfragt werden, zeichnen sich die größten Fehler- potentiale ab. Diese im Vorfeld zu vermeiden, ist für die CFK Fertigung und Montage unabdingbar. Dort wird höchste Präzision gefordert“, sagt P3-Berater Martin Pilsak.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden haben Czech und Pilsak Praxis und Methodik verbunden, indem sie Elemente der ISHIKAWA und FMEA Q-Methoden zielgerichtet kombiniert haben. Ergebnis waren die Themen, die für die Prozess- stabilität aus Praxissicht vorrangig behandelt werden mussten. Anschließend hat das P3-Team die Umsetzung der Maßnahmen begleitet und unterstützt.
So entstanden neue, optimierte Prozesse, die als „Best Practice“ Standards gelten. „Durch neue Technologien und Werkstoffe haben wir es im Flugzeugbau heute mit ganz anderen Herausforderungen zu tun. Ohne ein praxis- orientiertes und präventives Qualitätsmanagement funktioniert das gar nicht mehr.“

 
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