Mobilfunkdienste benchmarken

„Unsere Projekte leben von der fantastischen Gestaltungsfreiheit eines jeden Mitarbeiters.“

Ben Jochinke
P3 Communications

Bukarest meldet die Sperrung des UMTS-Netzes. Aus Amsterdam laufen Berichte über einen Ausfall des GPRS-Netzes ein. Dann klingelt bei Ben Jochinke wieder das Telefon: Das Messteam in London steckt in einer Polizeikontrolle fest. Es ist erst 9 Uhr morgens und in der Projektleiterrunde rauchen bereits die Köpfe. „Auf einmal bist du die Drehscheibe für Probleme aller Art und aus allen Ecken Europas“, erzählt P3-Berater Jochinke, „und diese Herausforderungen lösen wir professionell und kreativ!“

Jochinke und sein Team führen großangelegte Drive Tests im Auftrag von europäischen Netzdienstleistern und -betreibern durch. Das erklärte Ziel ist die Optimierung der Funknetze, oft im Rahmen breiter Benchmark-Kampagnen. Der Datendurchsatz aus den Drive Tests zeigt eindeutig die Schwachstellen eines Netzes. Die Tests sind vielseitig und reichen von der Überprüfung von Rufaufbau, Sprachqualität und Videotelefonie-Verbindungen bis zu FTP-Up- und Downloads. P3 communications übersetzt auf diese Weise auch die Beschwerden der Endkunden („das Netz gefällt mir nicht“, „habe keinen Empfang“) in Mess-Fakten. „Auf dieser Grundlage schlagen wir konkrete Verbesserungen vor – das reicht vom Multipart Encoding bis hin zum Softwareupdate von Netzelementen.“

Bevor aber die Auswertungskette in Gang gesetzt wird, ist zunächst eine ausgeklügelte Logistik gefragt. Wenn mit dem Auftraggeber die technischen Details ausgearbeitet sind, wird entschieden, wie viele Autos auf welchen Routen mit welchem Equipment unterwegs sein werden. „Derzeit fährt eine Mess-Flotte von zwölf Autos kreuz und quer durch Europa. Die Planung muss Hand und Fuß haben.“

Das P3-Labor sorgt für die Wartung der Autos und bestückt sie mit Antennen, Messinstrumenten und einer unabhängigen Stromversorgung. Anschließend kommt das Set Up-Team zum Einsatz und spielt die Messsoftware auf, konfiguriert und stimmt die Systeme aufeinander ab. „Diese Jungs sind auch in Aachen im Schichtdienst im Einsatz, wenn die Messwagen auf der Straße sind.“ Am Ende landet der Datendurchsatz dann beim Auswertungsteam, das die Ergebnisse für den Kunden zusammenfasst und darstellt.

Die komplexen Drive Test-Projekte verlangen häufig schnelle Entscheidungen. „Wir greifen natürlich auf Methoden und Werkzeuge zurück. Aber selten gibt es vorgefertigte Lösungen für unsere täglichen Herausforderungen“, sagt Ben Jochinke. Denn die reichen – wie gesagt – vom kompletten Netzausfall bis zur Polizeikontrolle.

 
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