Mobilfunknetze planen
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„Es ist spannend, in komplizierte Anordnungen Struktur zu bringen. Wir bei P3 puzzlen gerne!“Dr. Peter SieveringP3 Communications |
Eine halbe Sekunde, mehr nicht. Wenn ein Polizist die Sprechtaste seines Funkgerätes drückt, dann darf der Verbindungsaufbau nicht länger dauern als ein Wimpernschlag. Keine Silbe darf verloren gehen. Mit dem BOS-Digitalfunk soll das ab 2010 auch dann möglich sein, wenn der Funkruf hunderte Kilometer von der Leitstelle oder der Funkgruppe abgesetzt wird, selbst wenn zwischen Sender und Empfänger Berge liegen, Städte oder Wälder. Eine halbe Sekunde, dann muss die Verbindung stehen.
Die Einführung des Digitalfunks für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) gleicht in den Augen des P3-Beraters Dr. Peter Sievering einem gigantischen Puzzle: „Deutschlandweit soll dieses Funknetz der Polizei, dem Zoll, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten und dem Technischen Hilfswerk eine bessere Kommunikation ermöglichen. Die unzähligen bestehenden Insel-Lösungen leisten das nicht.“
Am Planungstisch haben von Anfang an unterschiedliche Bedarfsträger aus allen Bundesländern gesessen. Allein deren Ziele in Bezug auf die taktisch-operativen Anforderungen auf einen Nenner zu bringen war ein Kraftakt. Der Digitalfunk soll abhörsicher sein, er soll neben der Sprache auch Daten übertragen können (GPS, Telegramme, Telemetriedaten) und das Abrufen von Datenbanken (z.B. Gefahrgutdatenbanken) ermöglichen. Gleichzeitig soll ein Funkteilnehmer ohne zusätzlichen Aufwand in das Festnetz „telefonieren“ können. All das ist heute noch nicht möglich.
Peter Sievering hat schon als Mitarbeiter des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze an der RWTH Aachen einen großangelegten BOS-Pilotversuch am Polizeipräsidium Aachen begleitet. Als Verantwortlicher für die Funknetzplanung liegt heute die Mengengerüstabschätzung in seiner Hand. Sievering simuliert die Funkausleuchtung und sucht die Standorte für die BOS-Basisstationen. Der Roll-Out wird am Ende erfolgreich, wenn „Termine, Qualität und Kosten“ stimmen. „Um bei dem Bild vom Puzzle zu bleiben: Jetzt sind wir so weit, dass wir das Motiv kennen. Wir legen nun fest, aus wie vielen Teilen das Gesamtbild entsteht und wie groß das einzelne Teil sein wird.“
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