Kein Umweltschutz ohne Biodiversität

by Manya Louise Weintraub, 20.12.2023

Kein Umweltschutz ohne Biodiversität

by Manya Louise Weintraub, 20.12.2023

Manya Louise WeintraubConsultant

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Es braucht mehr als CO2-Reduzierung – Ohne Biodiversität auch kein Umweltschutz!

Das Biodiversitätsproblem ist auch ein wirtschaftliches Problem. Die biologische Vielfalt ist seit 1970 weltweit um etwa 70 % zurückgegangen. Und eine Besserung dieser besorgniserregenden Entwicklung ist nicht in Sicht. Dies stellt eine ernste Gefahr für die Menschheit, unsere Gesellschaft und damit auch unsere Wirtschaft, die alle von einer reichhaltigen biologischen Vielfalt und intakten Ökosystemen abhängen.

Doch fangen wir von vorne an. Was ist Biodiversität? Und warum ist sie für Unternehmen wichtig?

Die Biodiversität ist definiert als die Vielfalt allen Lebens auf der Erde, einschließlich der Vielfalt innerhalb der Arten, zwischen den Arten und zwischen den Ökosystemen. Unter einem Ökosystem versteht man das komplexe Zusammenspiel von lebenden Organismen, ihrer physischen Umgebung und all ihren Wechselbeziehungen in einer bestimmten räumlichen Einheit. Neben den bekannten natürlichen Ressourcen bietet die Natur eine Vielzahl von Ökosystemleistungen, auf die Unternehmen und Gesellschaft gleichermaßen angewiesen sind. Diese Leistungen lassen sich in vier Kategorien einteilen: versorgende, regulierende, kulturelle und unterstützende Leistungen – und ihr Wert lässt sich oft eindeutig anhand einer “natural capital” Kalkulation monetarisieren.

In den letzten Jahren hat das Thema der Biodiversitätskrise verstärkt an Relevanz gewonnen. Der Druck von verschiedensten Interessengruppen hat die Diskussion im Bereich nachhaltige Entwicklung in der Wirtschaft in den Vordergrund gerückt. Insbesondere, da die Kernthemen Klimawandel, Kreislaufwirtschaft und Biodiversität untrennbar miteinander verbunden sind. Es ist nicht möglich, eines der Probleme effektiv als Einzelproblem anzugehen. Um diese Relevanz in die Unternehmen zu tragen und gleichzeig der Komplexität Leitplanken zu geben, wurden auf nationaler und internationaler Ebene anspruchsvolle Berichtsrahmen und rechtliche Anforderungen geschaffen.

Ab dem Berichtsjahr 2024 gilt für bereits nach NFRD berichtspflichtige Unternehmen die neue EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (Corporate Sustainability Reporting Directive, kurz CSRD). Ab 2025 fortfolgend wir der Kreis berichtspflichtiger Unternehmen erheblich ausgeweitet. Biologische Vielfalt ist ein nennenswerter Teil der Richtlinie beziehungsweise des dazu gehörigen Berichtsstandards “European Sustainability Reporting Standard,” kurz ESRS.

Zudem sind sie verpflichtet, über diese Faktoren entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette zu berichten. Die neuen Berichtspflichten stellen Unternehmen vor eine große Herausforderung. Grund hierfür sind die derzeit nicht klar definierten Richtlinien oder Methoden zur Implementierung von Maßnahmen zur Erhaltung von biologischen Vielfalt entlang der Wertschöpfungskette. Im Gegensatz zu den Bemühungen zur Eindämmung des Klimawandels, gibt es bei der biologischen Vielfalt ein zusätzliches Problem für Unternehmen mit komplexen globalen Lieferketten: Angesichts der großen Vielfalt an Ökosystemen auf unserem Planeten müssen Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität

lokal zugeschnitten sein. Dies mag für viele Unternehmen eine große Herausforderung sein, stellt aber auch eine wichtige Chance hinsichtlich Unternehmenspositionierung und Resilienz dar. Die erfolgreiche Umsetzung einer Biodiversitätsstrategie schützt auch vor Reputations-, Finanz- und Rechtsrisiken. Die doppelte Wesentlichkeitsanalyse dient dazu, Unternehmen das Ausmaß ihrer umweltbezogenen finanziellen Risiken aufzuzeigen und die Ergebnisse sind nicht unbedeutend.

Vom Risikomanagement bis zur Generierung neuer Geschäftsmöglichkeiten gibt es viele Gründe, warum Unternehmen die Biodiversität als Teil ihrer Nachhaltigkeitsstrategien berücksichtigen sollten. Die CSRD-Konformität ist dabei ein angenehmer Nebeneffekt.

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Michael ScholzHead of Sustainability

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