Datenbasierte Bestimmung flexibler Anschlussvereinbarungen

Zweck und Kontext

Dieses Whitepaper stellt eine quantitative, datenbasierte Methodik zur Bestimmung von Flexible Connection Agreements (FCAs) auf Anlagenebene vor, die in Zusammenarbeit mit der Bayernwerk Netz GmbH entwickelt wurde. FCAs sind ein zentrales Instrument zur Beschleunigung von Netzanschlüssen unter definierten Abregelungsbedingungen. Sie adressieren das stark wachsende Volumen an Anschlussanfragen sowie das daraus resultierende Ungleichgewicht zwischen Anschlussnachfrage und verfügbarer Netzkapazität. Im Gegensatz zu bisherigen, primär an Projektentwicklerinteressen orientierten Ansätzen priorisiert diese Methodik die Anforderungen der Netzbetreiber an Transparenz und Betriebssicherheit.

Kernfunktionen

Die Methodik berechnet FCA-Grenzwerte für Einspeise- und Verbrauchsanlagen auf Basis exemplarischer Lastdaten und einer perzentilbasierten Logik. Sie berücksichtigt saisonale Schwankungen, wendet eine Stufenfunktionslogik zur praxisnahen Umsetzung an und stellt die Einhaltung des N-1-Kriteriums bei Anschlussanfragen auf der Verbrauchsseite sicher. Ein besonderes Merkmal ist die Möglichkeit, Einspeise- und Verbrauchs-FCAs zu kombinieren und dadurch Strategien für hybride Anlagen wie Batteriespeichersysteme (BESS) zu ermöglichen.

Nutzen

FCA-basierte Anschlüsse ermöglichen eine frühere Projektumsetzung ohne sofortigen Netzausbau und verbessern die Netzauslastung im Vergleich zu statischen Kapazitätsgrenzen oder konventioneller statischer Regelung. Anpassbare Perzentilparameter und Stufenfunktionskonfigurationen erlauben eine explizite Differenzierung zwischen kundenseitigen Abregelungseffekten und netzbetreiberseitigen Redispatch-Maßnahmen. Dadurch wird eine ausgewogene Verteilung von betrieblicher Verantwortung und Risiko ermöglicht.

Ergebnisse der Evaluation

Fallstudien zeigen, dass FCA-basierte Anschlüsse erhebliche zusätzliche Kapazitäten erschließen können: bis zu 29 % mehr Energie für Einspeiseanlagen und 65 % mehr für Verbrauchsanlagen im Vergleich zur konventionellen statischen Worst-Case-Anschlussbewertung (fixe Anschlussleistung abgeleitet aus Extremfall-Lastflussstudien) – bei gleichzeitiger Einhaltung der betrieblichen Grenzen.
Sensitivitätsanalysen verdeutlichen, wie die Wahl der Perzentile Abregelung und Redispatch beeinflusst und es Netzbetreibern ermöglicht, die Auslegung an systemische Prioritäten anzupassen.

Ausblick

Die weitere Entwicklung wird sich auf die Verfeinerung synthetischer Last- und Flexibilitätsprofile zur verbesserten kundenseitigen Bewertung konzentrieren, kombinierte FCA-Strategien für hybride Anlagen erweitern sowie eine automatisierte Optimierung von Perzentil- und Pufferparametern einführen. Diese Erweiterungen werden die Methodik als robustes Planungs- und Betriebsinstrument für Verteilnetzbetreiber weiter stärken.

Lade hier das gesamte Whitepaper in englischer Sprache mit allen Insights kostenlos herunter:

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Ansprechpartner P3

Siegfried Beier

Constantin Ernst

Armin Schnettler

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Kernfunktionen

Die Methodik berechnet FCA-Grenzwerte für Einspeise- und Verbrauchsanlagen auf Basis exemplarischer Lastdaten und einer perzentilbasierten Logik. Sie berücksichtigt saisonale Schwankungen, wendet eine Stufenfunktionslogik zur praxisnahen Umsetzung an und stellt die Einhaltung des N-1-Kriteriums bei Anschlussanfragen auf der Verbrauchsseite sicher. Ein besonderes Merkmal ist die Möglichkeit, Einspeise- und Verbrauchs-FCAs zu kombinieren und dadurch Strategien für hybride Anlagen wie Batteriespeichersysteme (BESS) zu ermöglichen.

Nutzen

FCA-basierte Anschlüsse ermöglichen eine frühere Projektumsetzung ohne sofortigen Netzausbau und verbessern die Netzauslastung im Vergleich zu statischen Kapazitätsgrenzen oder konventioneller statischer Regelung. Anpassbare Perzentilparameter und Stufenfunktionskonfigurationen erlauben eine explizite Differenzierung zwischen kundenseitigen Abregelungseffekten und netzbetreiberseitigen Redispatch-Maßnahmen. Dadurch wird eine ausgewogene Verteilung von betrieblicher Verantwortung und Risiko ermöglicht.

Ergebnisse der Evaluation

Fallstudien zeigen, dass FCA-basierte Anschlüsse erhebliche zusätzliche Kapazitäten erschließen können: bis zu 29 % mehr Energie für Einspeiseanlagen und 65 % mehr für Verbrauchsanlagen im Vergleich zur konventionellen statischen Worst-Case-Anschlussbewertung (fixe Anschlussleistung abgeleitet aus Extremfall-Lastflussstudien) – bei gleichzeitiger Einhaltung der betrieblichen Grenzen.
Sensitivitätsanalysen verdeutlichen, wie die Wahl der Perzentile Abregelung und Redispatch beeinflusst und es Netzbetreibern ermöglicht, die Auslegung an systemische Prioritäten anzupassen.

Ausblick

Die weitere Entwicklung wird sich auf die Verfeinerung synthetischer Last- und Flexibilitätsprofile zur verbesserten kundenseitigen Bewertung konzentrieren, kombinierte FCA-Strategien für hybride Anlagen erweitern sowie eine automatisierte Optimierung von Perzentil- und Pufferparametern einführen. Diese Erweiterungen werden die Methodik als robustes Planungs- und Betriebsinstrument für Verteilnetzbetreiber weiter stärken.

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