Kandike: Produktivitätsboost für Scrum Master

Scrum Master sollten selbst kein Scrum nutzen. Versuchen Sie es stattdessen mit Kandike

Als Agile Consultant und Scrum Master jongliere ich täglich mit mehreren Kundenprojekten, internen Aufgaben und spontanen Anforderungen. Struktur ist nicht nur hilfreich – sie ist unerlässlich. Meine Aufgabe ist es, meinen Teams zu helfen, Scrum richtig anzuwenden, um ihre Arbeit zu planen. Aber hier ist eine seltsame Sache: Scrum hilft mir selbst nicht unbedingt, meine Arbeit zu planen. Keine meiner Aufgaben befindet sich im Team-Backlog und wir sprechen nicht in den Dailies darüber. Vor einiger Zeit bin ich auf die Kandike-Methode gestoßen, eine gamifizierte Lean-Agile-Methode, die Aufgaben wie Spielkarten organisiert und so Motivation und Produktivität geschickt miteinander verbindet. Es ist ein bisschen wie Scrum auf der individuellen Ebene – nur mit viel mehr Spaß. Und obwohl ich Kandike nicht ganz „in Übereinstimmung mit den Regeln“ benutze, hat es sich für mich als echter Game Changer erwiesen. Ich kann sagen, dass sich meine Produktivität um rund 20% gesteigert hat.

Was ist Kandike überhaupt?

Kandike kombiniert Elemente von Kanban und dem Kartenspiel Klondike. Aufgaben werden als Karten visualisiert, die in Decks organisiert sind. Jede Woche wird ein „Spiel“ gespielt: Man zieht Karten aus verschiedenen Decks, plant die Woche, arbeitet konzentriert daran und reflektiert am Ende des „Spiel“ darüber, wie es gelaufen ist. Das alles zusammen soll die persönliche Agilität fördern – mit Spaß und Struktur.

Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden.

Alles hat seine Bedeutung und seinen Nutzen in Kandike. Aber ich habe für mich beschlossen, dass ich einige Regeln beugen, wenn nicht sogar brechen werde, so dass der Nutzen für mich persönlich noch größer ist. Anstatt die Karten in verschiedene „Farben“ einzuteilen, habe ich zum Beispiel einfach Beschriftungen für Kategorien eingeführt. Das bedeutet, dass „Kundenprojekte“, „interne Aufgaben“ oder „private Angelegenheiten“ anhand ihrer Farben unterschieden werden können und ich in jedem Spiel genau sehen kann, wie viel ich für die eine Kategorie geplant habe und wie wenig ich für die andere. Das macht es für mich übersichtlicher und flexibler.


Auch etwas anderes, das Kandike zwar ausmacht, aber nicht so richtig zu mir passt, habe ich aus der Methode für mich entfernt: einen Mitspieler. In der Regel findet man jemanden, mit dem man sich zweimal in der Woche austauschen und Dinge reflektieren kann. Das war vor allem am Anfang sehr hilfreich, hat einem aber auch zeitlich gebunden. Heute mache ich es alleine – und genieße die Freiheit, meine Woche zu beginnen und zu beenden, wann es mir passt. Kandike gibt mir die Struktur, aber ich bestimme den Rhythmus. Und das Schöne ist: Ich mache damit nichts falsch. Die Methode lebt davon, sie auf die eigene Realität zuzuschneiden – und genau das funktioniert bei mir wunderbar.

Geschätztes Frühwarnsystem

Ein besonders wertvoller Aspekt für mich ist die Verwendung von Story Points für die Planung meiner Arbeit, was ich als Scrum Master paradoxerweise in Scrum nicht tun kann, da meine Arbeit nicht Teil der Velocity des Teams ist. Dadurch, dass ich Woche für Woche Punkte an die geplante Arbeit vergebe und so sehe, wie viel ich geplant habe, kann ich frühzeitig erkennen, ob ich mich überfordere oder ob noch Platz für kurzfristige Aufgaben ist. Das hilft mir, realistisch zu planen und nicht von Anfang an mir zu viel vorzunehmen – ein echter Vorteil, vor allem, wenn ich mehrere Projekte parallel habe.

Ein weiteres Highlight, das mich schon mehrfach vor großer Blamage gerettet hat und mich davor bewahrt hat, die Nächte zuarbeiten zu müssen: Einmal je Spiel wird ein Blick auf die nächsten zwei Wochen geworden. Das hilft mir, frühzeitig zu erkennen, ob wichtige Termine, Workshops oder Deadlines bisher durchgerutscht sind und ich hier noch etwas vorbereiten muss. So bleibe ich gekonnt vor der Welle und kann proaktiv vorbereiten, was auf mich zukommt, ohne kurz vor der Abgabe etwas dazwischen schieben zu müssen, um es noch rechtzeitig zu schaffen.

Was ich auch sehr schätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit, mich mit Michael Sender, dem Erfinder der Kandike-Methode, auszutauschen, wenn ich Fragen habe. Denn manchmal vergesse ich, warum bestimmte Dinge überhaupt da sind und wozu sie dienen sollen (ein Nachteil, wenn man den Regeln nicht treu folgt, das gebe ich zu). Da ich aber weiß, dass Michael jeden Monat einen Termin für Fragen oder Anregungen anbietet, kann ich mir sicher sein, dass ich meine Unsicherheiten zeitnah ansprechen kann und sicherlich eine Antwort bekomme, die mir weiterhilft.

Fazit: Kandike wirkt – auch individuell angepasst.

Ich verwende Kandike nicht 1:1 wie im Lehrbuch. Und das ist völlig in Ordnung. Die Methode ist flexibel genug, um sich an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen – und genau darin liegt ihre Stärke. Für mich als Scrum Master ist es ein wertvolles Werkzeug, um Klarheit, Fokus und Motivation zu bewahren – auch in einem komplexen, dynamischen Arbeitsumfeld.

Neugierig? Die Kandike-Schulungen starten bald!

Wenn Sie Kandike selbst kennenlernen und herausfinden möchten, wie Sie die Methode für sich – individuell und praxisnah – anwenden können, dann melden Sie sich für eine der kommenden Schulungen an. Die nächsten Termine stehen bald an und es lohnt sich wirklich, dabei zu sein. Weitere Informationen finden Sie direkt auf Trainings-kalender – P3 group GmbH Kandike Practitioner – Gamified Agile Personal Productivity Mastery – P3 group GmbH.

Ansprechpartner P3

Sabine Graupner

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Kandike: Produktivitätsboost für Scrum Master

Scrum Master sollten selbst kein Scrum nutzen. Versuchen Sie es stattdessen mit Kandike

Als Agile Consultant und Scrum Master jongliere ich täglich mit mehreren Kundenprojekten, internen Aufgaben und spontanen Anforderungen. Struktur ist nicht nur hilfreich – sie ist unerlässlich. Meine Aufgabe ist es, meinen Teams zu helfen, Scrum richtig anzuwenden, um ihre Arbeit zu planen. Aber hier ist eine seltsame Sache: Scrum hilft mir selbst nicht unbedingt, meine Arbeit zu planen. Keine meiner Aufgaben befindet sich im Team-Backlog und wir sprechen nicht in den Dailies darüber. Vor einiger Zeit bin ich auf die Kandike-Methode gestoßen, eine gamifizierte Lean-Agile-Methode, die Aufgaben wie Spielkarten organisiert und so Motivation und Produktivität geschickt miteinander verbindet. Es ist ein bisschen wie Scrum auf der individuellen Ebene – nur mit viel mehr Spaß. Und obwohl ich Kandike nicht ganz „in Übereinstimmung mit den Regeln“ benutze, hat es sich für mich als echter Game Changer erwiesen. Ich kann sagen, dass sich meine Produktivität um rund 20% gesteigert hat.

Was ist Kandike überhaupt?

Kandike kombiniert Elemente von Kanban und dem Kartenspiel Klondike. Aufgaben werden als Karten visualisiert, die in Decks organisiert sind. Jede Woche wird ein „Spiel“ gespielt: Man zieht Karten aus verschiedenen Decks, plant die Woche, arbeitet konzentriert daran und reflektiert am Ende des „Spiel“ darüber, wie es gelaufen ist. Das alles zusammen soll die persönliche Agilität fördern – mit Spaß und Struktur.

Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden.

Alles hat seine Bedeutung und seinen Nutzen in Kandike. Aber ich habe für mich beschlossen, dass ich einige Regeln beugen, wenn nicht sogar brechen werde, so dass der Nutzen für mich persönlich noch größer ist. Anstatt die Karten in verschiedene „Farben“ einzuteilen, habe ich zum Beispiel einfach Beschriftungen für Kategorien eingeführt. Das bedeutet, dass „Kundenprojekte“, „interne Aufgaben“ oder „private Angelegenheiten“ anhand ihrer Farben unterschieden werden können und ich in jedem Spiel genau sehen kann, wie viel ich für die eine Kategorie geplant habe und wie wenig ich für die andere. Das macht es für mich übersichtlicher und flexibler.


Auch etwas anderes, das Kandike zwar ausmacht, aber nicht so richtig zu mir passt, habe ich aus der Methode für mich entfernt: einen Mitspieler. In der Regel findet man jemanden, mit dem man sich zweimal in der Woche austauschen und Dinge reflektieren kann. Das war vor allem am Anfang sehr hilfreich, hat einem aber auch zeitlich gebunden. Heute mache ich es alleine – und genieße die Freiheit, meine Woche zu beginnen und zu beenden, wann es mir passt. Kandike gibt mir die Struktur, aber ich bestimme den Rhythmus. Und das Schöne ist: Ich mache damit nichts falsch. Die Methode lebt davon, sie auf die eigene Realität zuzuschneiden – und genau das funktioniert bei mir wunderbar.

Geschätztes Frühwarnsystem

Ein besonders wertvoller Aspekt für mich ist die Verwendung von Story Points für die Planung meiner Arbeit, was ich als Scrum Master paradoxerweise in Scrum nicht tun kann, da meine Arbeit nicht Teil der Velocity des Teams ist. Dadurch, dass ich Woche für Woche Punkte an die geplante Arbeit vergebe und so sehe, wie viel ich geplant habe, kann ich frühzeitig erkennen, ob ich mich überfordere oder ob noch Platz für kurzfristige Aufgaben ist. Das hilft mir, realistisch zu planen und nicht von Anfang an mir zu viel vorzunehmen – ein echter Vorteil, vor allem, wenn ich mehrere Projekte parallel habe.

Ein weiteres Highlight, das mich schon mehrfach vor großer Blamage gerettet hat und mich davor bewahrt hat, die Nächte zuarbeiten zu müssen: Einmal je Spiel wird ein Blick auf die nächsten zwei Wochen geworden. Das hilft mir, frühzeitig zu erkennen, ob wichtige Termine, Workshops oder Deadlines bisher durchgerutscht sind und ich hier noch etwas vorbereiten muss. So bleibe ich gekonnt vor der Welle und kann proaktiv vorbereiten, was auf mich zukommt, ohne kurz vor der Abgabe etwas dazwischen schieben zu müssen, um es noch rechtzeitig zu schaffen.

Was ich auch sehr schätzen gelernt habe, ist die Möglichkeit, mich mit Michael Sender, dem Erfinder der Kandike-Methode, auszutauschen, wenn ich Fragen habe. Denn manchmal vergesse ich, warum bestimmte Dinge überhaupt da sind und wozu sie dienen sollen (ein Nachteil, wenn man den Regeln nicht treu folgt, das gebe ich zu). Da ich aber weiß, dass Michael jeden Monat einen Termin für Fragen oder Anregungen anbietet, kann ich mir sicher sein, dass ich meine Unsicherheiten zeitnah ansprechen kann und sicherlich eine Antwort bekomme, die mir weiterhilft.

Fazit: Kandike wirkt – auch individuell angepasst.

Ich verwende Kandike nicht 1:1 wie im Lehrbuch. Und das ist völlig in Ordnung. Die Methode ist flexibel genug, um sich an die persönlichen Bedürfnisse anzupassen – und genau darin liegt ihre Stärke. Für mich als Scrum Master ist es ein wertvolles Werkzeug, um Klarheit, Fokus und Motivation zu bewahren – auch in einem komplexen, dynamischen Arbeitsumfeld.

Neugierig? Die Kandike-Schulungen starten bald!

Wenn Sie Kandike selbst kennenlernen und herausfinden möchten, wie Sie die Methode für sich – individuell und praxisnah – anwenden können, dann melden Sie sich für eine der kommenden Schulungen an. Die nächsten Termine stehen bald an und es lohnt sich wirklich, dabei zu sein. Weitere Informationen finden Sie direkt auf Trainings-kalender – P3 group GmbH Kandike Practitioner – Gamified Agile Personal Productivity Mastery – P3 group GmbH.

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Sabine Graupner

Simon Jung

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